Die Bedeutung des Stillens - für Kind, Mutter und Gesellschaft
- Jessica Stecklein

- 10. Juni 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Aug. 2025
Muttermilch ist nicht einfach nur Nahrung - sie ist ein komplexes, lebendiges Schutzsystem. Nicht gestillte Kinder haben ein
höheres Krankheitsrisiko: sie erkranken häufiger an Durchfall, Mittelohrentzündungen und untere Atemwegsinfektionen. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit fettleibig zu sein höher, als bei Kindern, die mindestens sechs Monate lang gestillt wurden.
schwächeres Immunsystem: es fehlen wichtige Antikörper, Enzyme und schützende Bakterien, die keiner künstlichen Säuglingsnahrung zugesetzt werden können.
verändertes Mikrobiom: die Darmflora von nicht gestillten Kindern ist nachweislich bis ins Erwachsenenalter anders zusammengesetzt.

Auch für die Mutter hat das Nicht-Stillen Auswirkungen:
Erhöhtes Risiko für bestimmte Krankheiten: z. B. Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2.
Verlangsamte Rückbildung: Stillhormone wie Oxytocin unterstützen die Heilung und Rückbildung.
Höherer emotionaler Stress: Stillen fördert die Ausschüttung von beruhigendem Oxytocin.
Kosten und Mehraufwand: Künstliche Säuglingsnahrung ist teuer, zeitaufwändig und logistisch anspruchsvoller. Muttermilch ist immer und sofort verfügbar, in der richtigen Temperatur und hygienisch.
Für die Gesellschaft - oft unterschätze Belastung:
Höhere Krankheitskosten: Nicht gestillte Kinder sind häufiger krank was zu mehr Arztbesuchen, Medikamenten und langfristig gesehen auch größeren Krankenhäusern führt.
Höhere Umweltbelastung: Produktion, Verpackung und Transport und Verteilung von Formulanahrung verbrauchen Ressourcen und erzeugen Müll. Wusstet ihr, dass für 1kg Milchpulver rund sieben Liter Milch benötigt werden?
Aufklärung statt Druck
Nicht zu stillen ist eine persönliche Entscheidung. Aber sie sollte gut informiert getroffen werden. Das nötige Wissen vor der Geburt ist die Grundlage für eine echte Entscheidung. So können Mutter für sich den besten Weg finden.
Als Stillberaterin sehe ich, wie viel Unterstützung Mütter manchmal brauchen – und wie wenig sie oft bekommen. Stillen darf herausfordernd sein und es darf leicht werden. Mit der richtigen Begleitung und Hilfe.


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